Koreanischer Buddhismus





Master_WonhyoDem koreanischen Buddhismus wird nachgesagt, dass er als einzige Zen Schule, seine Wurzel in der ursprünglichen Fünf-Häuser-des-Zens aus der T’ang Dynastie in China hat. Das bedeutet die koreanische Zen Tradition ist viel näher am Ursprung als das japanische Gegenstück.

 

Buddhismus wurde im 6. Jahrhundert das erste Mal auf der koreanischen Halbinsel in der Zeit der “Drei Königreiche” von Goguryeo, Baekje und Silla erwähnt. Erstmals war der Buddhismus während der Silla-Dynastie offizielle Staatreligion. Seither hat diese Religion entscheidend die Entwicklung der koreanische Kultur beeinflußt. Quer durch das Land findet man heute noch viele Tempel, in dem einst berühmte Mönche gelebt haben.

Durch die Neo-Konfuziansche Einflüssen in der Joseon Dynastie (1392-1910) wurde der Buddhismus vom Staat unterdrückt und erlebte damit eine deutliche Rückentwicklung. Der Staat untersagte das Eintreten ins monastische Leben und verhinderte damit eine weitere Verbreitung des Buddhismus durch die Reduktion von Nonnen und Mönchen und erschwerten damit den Erhalt der Tempel. Dennoch bemühten sich zahlreiche große Meister die Lehren weiter zu propagieren und so trotzte der Buddhismus gegen seine Vernichtung. Jahrhunderte Unterdrückung  durch die Joseon Dynastie, die durch die Japaner (1910-1945) abgelöst wurde, leistete der Buddhismus immer einen entscheidenden Beitrag für die Entwicklung der koreanischen Kultur und für das spirituelle Leben seiner Menschen.

Mitte der 50’ger begann die Reformation des koreanischen Buddhismus, der sich schnell in den 60’gern, 70’gern und 80’gern rasant ausbreitete. Viele Tempel wurden wieder aufgebaut und  renoviert. Nach vielen Jahren der Beschwernis fanden sich immer mehr Anhänger des Buddhismus auf der Suche nach der Wahrheit.

Die buddhistische Lehre in Korea basiert darauf, dass jedes Lebewesen Buddha Natur besitzt. Diese kommt durch die Praxis bzw. durch Training des Geistes  zum Vorschein. Die Praxis der buddhistische Zen Traditionen bedeutet u.a. Yebul (Chanting – Sutren-Rezitation) und Chamseon (Meditation). Heute wird außerdem wieder  in alle Tempeln des Landes die grundlegenden buddhistischen Lehren über Weisheit und Mitgefühl gelehrt. Mittlerweile hat der koreanischen Buddhismus weltweites Ansehen erreicht.

Trotz der Bedeutung des Buddhismus in der langen Geschichte Koreas und der zahlreichen hervorragenden Zen-Meister gibt es kaum Schriften in eine andere Sprache außer koreanisch, die die Essenz der Lehre übermitteln könnten.

Auszug aus EMPTY HOUSE von Chris Verebes

 

Janggyeong Panjeon im Haeinsa Tempel

(Lagerstätte der Hölzernen Druckstöcke der Tripitaka Koreana)

tripitakaDas Janggyeong Panjeon im Haeinsa Tempel (im 15. Jh. erbaut) ist die Lagerstätte für die  Druckstöcke der Tripitaka Koreana, einer umfassenden Sammlung buddhistischer Schriften, die im 11. Jh. in über 80.000 Druckstöcke aus Holz eingraviert wurden. Das Janggyeong Panjeon ist das einzige Gebäude auf der Welt, das speziell zur Lagerung von hölzernen Druckstöcken konzipiert wurde. Nicht nur äußere Design ist von atemberaubender Schönheit. Das Gebäude ist so entworfen, dass Temperatur, Ventilation und Feuchtigkeit kontrolliert werden können, indem man die Vorteile der jeweiligen natürlichen Wetterbedingungen ausnutzt. Die Schriftstöcke gelten heutzutage auf Grund ihres Inhaltes als höchst wertvoll für das Studium des Buddhismus.

Audio: Trommelaufführung in Haein-sa Tempel

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Auch wenn alle Lebewesen des gesamten Universums

einhundert Jahre leben würden,

und Du Deine wahre Buddha Natur dennoch nicht erkennst,

sind sie schlichtweg in den schlummernden Träumen verloren gegangen.

von Meister Gyeongbong (1892-1982)