Hwadu







Was ist das ?


Sunim


Es gibt eine Vielzahl von Methoden für Meditation. Im Koreanischen Buddhismus wurde traditionell eine Methode namens Ganhwaseon praktiziert und als bester Weg der Meditation angesehen. Korea ist das einzige Nation die diese Methode der Meditation noch praktiziert wird. Es wurde von allen großen Meistern der Vergangenheit gelehrt. Meditation ist generell dazu da sein wahres Ich, seine Buddhanatur, zu erkennen, indem man seinen Geist leert. „Seon“ ist die koreanische Version von „Zen“ und „Ganhwa“ heißt „durchsehen“.

Das Zen-Fragen ist eine einfache und direkte Methode, um Ihnen zu helfen, Ihre eigene Buddha-Natur freizulegen. Sie wurde vom sechsten Jahrhundert an in China als Reaktion auf die scholastische Tradition jener Zeit entwickelt, welche sich sehr stark auf die Schriften verließ. Die Zen-Schule wollte zur ursprünglichen Botschaft des Budda zurückkehren, Meditation zu praktizieren und das Erwachen in diesem Leben zu erlangen. Die Zen-Fragetechnik verwendet Kongans (jap. Koan) – Geschichten des Erwachens aus der Vergangenheit – als  Ausgangspunkt für die meditative Erforschung. Es gibt 1.700 offizielle Zen-Kongans und es werden ständig neue geschaffen.

Was ist das?

“Was ist das?” ist die Frage, die in der koreanischen Zen-Praxis am häufigsten gestellt wird. Sie wurde zum ersten Mal schriftlich festgehalten, als Hui-neng, der sechste chinesische Patriarch, von einem jungen Mönch besucht wurde:

Der junge Mönch Huai-jang war viele Tage lang gegangen, um den Patriarch: “Wo kommst du her?” “Von Berg Sung,” entgegnete Huai-jang.

Der Patriarch fragte weiter: “Was ist das und wie ist er dort hingekommen?”

Huai-jang war sprachlos. Er konnte nicht antworten und blieb da, um zu praktizieren und über diese Frage nachzudenken. Nach acht Jahren hatte er eine Einsicht und ging zum Meister.

“Was ist das?” fragte Hui-neng.

“Zu sagen, es sei etwas, trifft den Punkt nicht. Aber es kann dennoch kultiviert werden,” entgegnete Huai-jang.

Die ganze Geschichte ist das Kongan, aber der wesentliche Punkt daran ist die Frage. “Was ist das?” Die Praxis ist sehr einfach. Egal, ob Sie gehen, stehen, sitzen oder liegen, fragen Sie sich immer wieder: “Was ist das?” Sie suchen nicht nach einer intellektuellen Antwort, sodass Ihre Frage keine intellektuelle Erforschung sein sollte. In diesem Moment richten Sie das Scheinwerferlicht auf sich selbst und Ihre gesamte Erfahrung. Sie fragen nicht: “Was ist dieser Gedanke?” oder “Was ist diese Empfindung?” Wenn Sie die Frage in einem sinnvollen Zusammenhang stellen müssen, dann fragen Sie: “Was ist es, was denkt?” oder “Bevor du denkst, was ist das?” Sie fragen nicht: “Was ist der Geschmack des Tees” sondern: “Was ist es, das der Tee schmeckt?” oder “Was ist es, noch bevor du den Tee geschmeckt hast?”

Das Wichtigste am Zen-Fragen ist, dass die Frage lebendig bleibt; dass Ihr gesamter Körper und Geist zu einer Frage werden, In Zen sagt man, dass Sie mit den Poren Ihrer Haut und mit dem Mark Ihrer Knochen fragen müssen. Wie ein Zen-Spruch herausstellt:

Großes Fragen, großes Erwachen;

kleines Fragen, kleines Erwachen;

kein Fragen, kein Erwachen.

-  Auszug aus:  ”Meditation” von Martine Batchelor -