Chamseon
參禪
Zen-Meditation
Der Begriff Seon ist im Westen unter dem Begriff Zen bekannt geworden. Beim Chamseon handelt es sich um Meditation, durch die man die eigene Person reflektieren möchte. Dabei gibt es zwei Formen des Meditierens:
- das Jwaseon 坐禪 : hierbei wird im Sitzen meditiert
- das Haengseon 行禪 : bei der durch langsames Laufen die Meditation erreicht wird
Man muss jedoch kein bekennender Buddhist sein, um buddhistischer Meditation zu praktizerien. Nicht alle Buddhisten meditieren und nicht alle Meditierenden sind Buddhisten. Der Buddha war sehr pragmatisch und sein Lehre ist erfahrungsbezogen. Die einzige Voraussetzung für die Meditation ist die Intention, wacher und bewusster zu sein sowie Mitgefühl und Weisheit zu entwickeln.
Die buddhistische Meditation wird normaleweise in einer von vier Haltungen praktiziert: Sitzen, Gehen, Liegen und Stehen. Das Sitzen findet normalerweise auf dem Boden in vier verschiedenen Haltungen mit gekreuzten Beinen statt, zum Beispiel in der Lotosposition, der halb Lotosposition, im Viertel-Lotos oder in der birmanischen Position. Im Allgemeinen verwenden man zwei Kissen, von denen eines quadratisch und dünn, das andere rund und dick ist. Das quadratische Kissen hilft Ihnen, bequemer auf dem Boden zu sitzen. Das runde Kissen können Sie verwenden, um Ihren Po anzuheben, damit die Knie auf dem quadratischen Kissen ruhen können.
Diese Haltungen können für Menschen aus dem Westen, die nicht daran gewohnt sind, auf dem Boden zu sitzen, schmerzhaft sein. Eine gute Alternative ist, auf einem Stuhl zu sitzen, Ihren Rücken gerade zu halten und ihn nach Möglichkeit nicht gegen den Stuhlrücken zu lehnen. Sie können Ihre Haltung anpassen, indem Sie sich mehrere Kissen unter Po und Füße legen. Bei der Sitzmeditation ist es wichtig, dass Ihre Haltung aufrecht ist, ohne jedoch steif zu sein. Sie sollten Ihre Schultern öffnen und spüren, wie Ihr Nacken leicht zwischen ihnen ruht.
Ihre Hände sollten leicht aufeinander gelegt sein oder auf den Knien ruhen. Versuchen Sie, während des Sitzens Ihren gesamten Körper entspannt zu halten. Was die Augen betrifft, so sind die drei buddhistishen Traditionen unterschiedlicher Auffassung, was Sie mit ihnen anfangen sollen. Bei der vipassana-Meditation der Theravada-Tradition sind sie geschlossen, beim Zen halbgeschlossen und in der tibetischen dzogchen-Tradition weit offen. Sie sollten Ihre Augen jedoch, egal, ob sie nun halbgeschlossen oder weit offen sind, nicht auf irgendetwas Bestimmtes fokussieren, sondern sie sanft blicken lassen. Kurz gesagt, denken Sie nicht viel über sie nach.
Es gibt viele verschiedene Anweisungen für die Sitzmeditation. Aber letzten Endes ist jeder Mensch einzigartig und hat seine eigene physischen Eigenschaften. Sie müssen die richtige Sitzposition für sich selbst herausfinden. Richtig ist eine Sitzposition dann, wenn es Ihnen erlaubt, so bequem wie möglich zu sitzen. Die meisten Menschen sind nicht daran gewöhnt, auch nur kurze Zeit vollkommen still zu sitzen. Der Körper und der Geist müssen sich daran gewöhnen.
Es ist wichtig, dass Sie Sitz- und Gehmeditation abwechselnd üben. Die Gehmeditation hilft dabei, dem Körper eine fließendere und lebendigere Energie zurückzugeben. Sie erfrischt außerdem den Geist, insbesondere dann, wenn Sie draußen gehen. Sie gehen nicht irgendwo hin, sondern Sie gehen nur um das Gehens willen. Die Gehmeditation ist eine Kunst. Sie hilft, Muster zu durchbrechen, in die Sie hineinfallen können, wann immer Sie gehen. Neigen Sie dazu, sich ablenken zu lassen oder an etwas anderes zu denken, während Sie von A nach B gehen? Projizieren Sie sich selbst nach vorn und kommen Sie an, bevor Sie auch nur mit der Reise begonnen haben? Oder können Sie meditativ und achtsam gehen, sich Ihres Körpers und Geistes im Moment bewusst seiend und offen für die Gegenwart?
~Auszug aus MEDITATION von Martine Batchelor~

